Darf Wissenschaft etwas kosten?

published on 07 March 2023

Das ist die Frage, die ich mir beim Erstellen meiner neuen Webseite stellte. Als ich bei der Seite des Wissenschaftlers Jochen Hanisch ankam, kam mir der Gedanke, meine Leistungen honorieren zu lassen.

Ausgelöst wurde diese Frage durch die Ausführungen meines zuständigen Finanzamtes; im Grunde nach geht es um die Abwägung, ob ich eine Liebelei oder eine ernsthafte freiberufliche Tätigkeit ausübe. Ich sage ja, Finanzamt sagt nein. Wer hat recht? Ich denke, beide etwas.

Wie dem auch sei - die Frage nach dem Honorar für wissenschaftliche Leistungen stand im Raum. Wie gesehen werden kann, ich habe mich für eine Honorierung entschieden. Alleine, die Diskussion rum um #ichbinhanna läßt erahnen, in welchen Zuständen Wissensschaffende arbeiten: befristete Beträge, von Drittmitteln abhängig und die Publikationsliste als Eintrittskarte zur Anstellung als wissenschaftliche Mitarbeitende. Wer die Diskussion verfolgt, stellt fest, das ist nur die Spitze des Einsberges.

Jetzt habe ich das Glück, in einer recht sichern Tätigkeit zu sein. Das gibt mir die Freiheit, selbst zu entscheiden, was ich tun oder auch lassen möchte. Aber: Ich denke, dass ich auch die Verantwortung allen andern Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gegen über habe. Ich finde, es kann und darf nicht sein, dass wissenschaftliche Arbeit ausverkauft oder als "Ramschware" verbreitet wird.

Wenn ich an die Kosten meiner eigenen Ausbildung denke, wird mir schwindelig. Nein! Kein, wirklich kein Arbeitgebender hat mich unterstützt. Nein, ich habe meine Studienabschlüsse nicht bezahlt bekommen und meine Qualifikationen auch nicht. Vielleicht rechne ich meine Kosten irgendwann zusammen, vielleicht besser nicht. Fest steht: die Kosten sind im oberen Drittes des fünfstelligen Betrages angesiedelt.

Und, zurück zur Eingangsfrage: "Darf Wissenschaft etwas kosten?". Nein, die Wissenschaft an sich nicht. Was kostet sind die Menschen die die Wissenschaft betreiben. Diese Menschen haben ein Leben, eine Familie und auch freie Zeit, die sie gerne mit Leuten und Aktivitäten verbringen möchten.

Damit es keine Zweiklassengesellschaft geben wird, habe ich mich ganz bewusst dazu entschlossen, meine wissenschaftlichen Leistungen auszuweisen. Und hierbei habe ich auf meinen Wert geachtet. Mit ist bewusst, dass meine Investitionen nicht mal ansatzweise durch eine freiberufliche Tätigkeit amortisiert werden. Und gerade deswegen ist die Honorierung meiner Leistungen auf diesem Niveau und angemessen.

In diesem Sinne: "forschen Sie lang und erfolgreich"

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